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BOXBLITZ 2018

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Realität, die zum Comic wird.

Dreidimensionale Bilder der Treffer im Ring brennen sich als Nachbild in die Augen des Publikums. Das Spektakel eines echten Kampfes so nah und so echt, wie es nur sein kann. Technisch überhöht und überdramatisiert, reißt es die ZuseherInnen in die Unmittelbarkeit, es gibt keine Chance, einen Schlag zu verpassen, weil man nur die Treffer sieht. Für die Kämpfenden ist es eine der radikalsten Immersionen, die sie erleben können. In dem Moment, in dem das Licht ausgeht und die ohrenbetäubende Musik aufbrandet, zwingt die Technik allen die Regeln auf. „Du stehst da im Stockfinsteren und weißt, du kannst jederzeit eine in die Goschn kriegen. Und während du das denkst ist die gegnerische Faust vielleicht nur mehr 10 cm von deiner Nase entfernt.“ Die einzige Chance, aus der Hilflosigkeit auszubrechen, ist es, selbst zu schlagen. Und der Treffer wird belohnt, mit jedem gelandeten Schlag gibt ein unmittelbarer Lichtblitz wieder ein Stück Orientierung zurück. Und zwingt dazu, nachzusetzen. Die Orientierung hat nur eine beschränkte Gültigkeit, sie muss sofort umgesetzt werden, der nächste Haken muss folgen, wenn die Serie von Schlaglichtern endet, verebbt auch die Illusion der Orientierung. Das Setup für die Performance ist reduziert. Zwei Kämpfer, Drucksensoren in den Boxhandschuhen, eine direkte Funkkoppelung mit dem Stroboskop. Der Kampfraum wird komplett abgedunkelt. Laute Musik verunmöglicht jede Orientierung über das Gehör. Bei jedem Treffer, der die Drucksensoren der Handschuhe auslöst, wird ein einzelner Stroboskopblitz abgefeuert. Eine Runde des Kampfes dauert drei Minuten. Wenn die Technik die Wahrnehmung beeinflusst, b eeinflusst si e eb enso da s Handeln. Wir leben in einer Welt in der immer mehr unserer Wahrnehmung durch Technik beeinflusst wird. In sozialen Netzwerken werden uns Nachrichten konform mit unserer Blase präsentiert. Shitstorms exerzieren uns vor, worüber wir uns aufregen. Augmented Reality, bei der Computerbilder direkt mit unseren wahrgenommenen Bildern vermischt werden, wird von allen Mobilbetriebssystemherstellern in den Markt gepusht. Die Immersion, das Eintauchen in diese künstliche Wahrnehmung, ist dabei das große Zauberwort. Boxblitz stellt dieses Eintauchen in eine künstliche Realität mit relativ einfachen Mitteln, aber sehr radikal her. Das In-den-Raum-Stellen von Strafe (Schmerz) und der Entzug von Überblick und Fähigkeit zur Einschätzung der Lage versetzt die KämpferInnen sofort in einen Zustand zwischen Panik und Angriffslust. Ein dystopisches Bild der Mediengesellschaft wird hier direkt erlebbar gemacht.

Initiatorinnen und Darsteller*innen: Michi Hackl, Andi Pils und Mimu Merz

Technikmeister: Stefan Wiedner

Boxtrainer und Mentor: Stefan Schauer

Additional Training & Betreuung Andy the Candy: Selina Nowak

Betreueung Hackl the Knuckle: Rüdiger WAssibauer

Ringbau: Michi “Drama“ Grusch

Rundenboy: Valens

Videos/Prodkution/Regie/Schnitt: Thomas “Drama” Grusch

Additional Video: Amina Daschil / Markus Zahradnik

Grafik: Stefan Firnwald

Konzept und Idee: Michael Hackl und Andreas Pils mit großem Dank an das Team der ARGE Salzburg

(c) Asifism 2018